WSI-Tarifarchiv wertet die LohnSpiegel-Umfragen aus

 

 

 

 

Seit 2004 liefert der "LohnSpiegel" Daten über die Einkommen und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer/innen. Erhoben und ausgewertet werden sie vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. In den WSI-Mitteilungen 1/2010 ist dazu eine Zwischenbilanz (PDF, 285 kB) erschienen. Sie liefert Antworten auf methodische Fragen der Online-Erhebung und gibt einen Überblick über die Ergebnisse zu Berufsgruppenanalysen, geschlechtsspezifischen Einkommensunterschieden und Tarifbindung. Hier die bisherigen Auswertungen:

Verkäufer/innen: 1.890 Euro brutto - viele sind unzufrieden

Das Bruttomonatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 1.890 Euro. Zu diesem Ergebnis der LohnSpiegel-Umfrage haben rund 1.400 Verkäuferinnen und Verkäufer beigetragen. "Unsere Daten zeigen eine große Unzufriedenheit der Beschäftigten mit ihrem Einkommen", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck. "62 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit ihrer Bezahlung überhaupt nicht zufrieden oder eher unzufrieden sind."

Leiharbeit und Fremdfirmeneinsatz für Ingenieure, IT-Experten und Techniker: Weniger Gehalt bei längerer Arbeitszeit

Auch hochqualifizierte Beschäftigte wie Ingenieure, IT-Experten und Techniker arbeiten in Leiharbeit oder werden von ihren Arbeitgebern in anderen Firmen eingesetzt (sogenannter Fremdfirmeneinsatz, etwa von externen Entwicklern). Sie bekommen dafür in der Regel ein geringeres Gehalt als die Stammbeschäftigten und müssen teilweise länger arbeiten. Trotzdem fällt ihre Arbeitszufriedenheit nicht schlechter aus. Zu diesem Ergebnis haben in der Online-Befragung des LohnSpiegel rund 1.400 dieser Ingenieure, IT-Experten und Techniker beigetragen.

Hochschulabsolvent/innen: Bis zu 80 Prozent befristet beschäftigt

Hochschulabsolventinnen und -absolventen finden häufig nur einen befristeten Einstieg in das Berufsleben. Von jungen Akademikerinnen und Akademikern mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung haben rund 34 Prozent eine befristete Beschäftigung. Bei den Akademiker/innen mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung geht der Anteil der befristet Beschäftigten auf rund 18 Prozent zurück. In der Gesamtgruppe der akademisch Ausgebildeten mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung hat jede/r Vierte einen befristeten Vertrag.

Bachelor, Master und Co: Einstiegsgehälter für junge Akademiker/innen

Junge Hochschulabsolventinnen und -absolventen erhalten im ersten Jahr ihrer Berufstätigkeit im Durchschnitt ein Bruttogehalt (ohne Sonderzahlungen) von rund 3.400 Euro im Monat. Die Einkommen variieren sehr stark in Abhängigkeit vom Hochschulabschluss. An der Spitze liegen Berufsanfänger mit Promotion mit einem Durchschnittseinkommen von rund 4.220 Euro, gefolgt von Absolventen/innen mit einem Uni-Masterabschluss mit rund 3.680 Euro. Eine mittlere Position nehmen Absolventen mit Bachelorabschluss an einer Fachhochschule mit rund 3.300 Euro ein, am Ende stehen Berufsanfänger mit Magisterabschluss mit rund 2.620 Euro.

Weihnachtsgeld: Wer bekommt es - und was sehen die Tarifverträge vor?

Rund 55 Prozent der Beschäftigten erhalten eine Jahressonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes. Rund 17 Prozent erhalten eine Gewinnbeteiligung und 21 Prozent erhalten sonstige Sonderzahlungen. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung rund 17.000 Beschäftigte beigetragen. Die zwischen Juli 2011 und August 2012 erhobenen Umfragedaten zeigen: Die Chancen, ein Weihnachtsgeld zu erhalten, sind ungleich verteilt.

Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt

Beschäftigte in Pflegeberufen sind mit ihrer Arbeit zufrieden, aber sie empfinden sie als sehr stressig und auch körperlich erschöpfend. Mit der Bezahlung sind sie mehrheitlich nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegel rund 3.550 Beschäftigten aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege beigetragen.

Sozialpädagog/innen: Im Durchschnitt 2.827 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.827 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Unfrage des LohnSpiegel rund 1.300 Angehörige dieser Berufsgruppe beigetragen.

Urlaubsgeld: Wer bekommt es und was sehen die Tarifverträge vor?

46 Prozent der Beschäftigten erhalten von ihrem Arbeitgeber ein Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis einer Online-Umfrage des LohnSpiegel haben rund 20.500 Beschäftigte beigetragen. Eindeutig profitieren die Beschäftigten von einer Tarifbindung ihres Arbeitgebers: Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten zu 59 Prozent ein Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 35 Prozent. Die Höhe der tariflich vereinbarten Urlaubsextras variiert je nach Branche zwischen 155 und 2.140 Euro.

Akademiker/innen: Im Durchschnitt 21,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen

Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weit weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten - vom Bachelor an der Fachhochschule über den Master an der Universität bis hin zur Promotion. Dieses Ergebnis präsentiert das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung anlässlich des "Equal Pay Day" am 23. März 2012. Es basiert auf einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der rund 10.200 Beschäftigte mit akademischem Abschluss sich beteiligt haben.

Köch/innen: Im Durchschnitt 2.047 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Köchinnen und Köchen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche im Durchschnitt 2.047 Euro. Dieses Ergebnis beruht auf einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich von 2006 bis Mitte 2011 fast 1.100 Angehörige dieser Berufsgruppe beteiligt haben.

Sekretär/innen: Im Durchschnitt 2.400 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Sekretärinnen und Sekretären beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.400 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegelrund 2230 Sekretärinnen und Sekretäre beigetragen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Betriebsgröße.

Versicherungskaufleute: Im Durchschnitt 3.422 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Versicherungskaufleuten beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3.422 Euro. Je nach Branche variiert dieses Einkommen zwischen 2.654 Euro und 3.920 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegel 570 Versicherungskaufleute beigetragen.

Chemielaborant/innen: Im Durchschnitt 2.917 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Chemielaborant/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.917 Euro. Zu diesem Ergebnis haben bei der Online-Umfrage des LohnSpiegel 563 Chemielaborant/innen  beigetragen.

Führungskräfte: Frauen sind doppelt im Nachteil

Frauen mit Hochschulabschluss sind doppelt im Nachteil: Sie haben seltener Führungs- und Personalverantwortung als Männer und sie werden in ihren Führungspositionen auch schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 12.000 Akademiker/innen beteiligt haben.

Energieanlagenelektroniker/innen: Im Durchschnitt 2.868 Euro brutto

Rund 790 Energieanlagenelektroniker/innen haben den LohnSpiegel-Fragebogen ausgefüllt. Demnach verdienen sie auf der Basis einer 38-Stunden-Woche im Durchschnitt 2.868 Euro brutto. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede je nach Branche und Betriebsgröße.

Ingenieur/innen: Im Durchschnitt 4.380 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Ingenieuren und Ingenieurinnen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich 4.380 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 4.836 Euro bei Elektronik- und Fernmeldeingenieur/innen und 3.709 Euro bei Bauingenieur/innen. Je höher der Abschluss, desto höher ist auch der Verdienst. Berufserfahrung zahlt sich aus. Frauen verdienen als Ingenieurinnen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Zwischen West- und Ostdeutschland besteht ein beträchtliches Einkommensgefälle. In größeren Betrieben wird mehr verdient als in kleinen, in tarifgebundenen mehr als in tariflosen Betrieben.

Großhandelskaufleute: Mit Tarifvertrag verdienen sie mehr

Großhandelskaufleute, die in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeiten, verdienen im Durchschnitt 374 Euro monatlich mehr als ihre tariflos beschäftigten Kolleg/innen. Dieses Ergebnis des LohnSpiegel beruht auf den Angaben von rund 1.500 übers Internet Befragten.

Diplomkaufleute: Höchstes Gehalt in Düsseldorf

Im Durchschnitt 4.210 Euro brutto verdienen Diplomkaufleute und Diplombetriebswirt/innen auf Basis einer 40-Stunden-Woche. Das ergibt die Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 3.000 Diplomkaufleute beteiligt haben. Am besten verdient diese Berufsgruppe in Düsseldorf: durchschnittlich 4.579 Euro.

Fachinformatiker/innen: Im Durchschnitt 2.610 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Fachinformatiker/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.610 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt - pünktlich zur CeBIT 2010 - die Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich rund 860 Fachinformatiker/innen beteiligt haben.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise: Personalabbau, Kurzarbeit und weniger Lohn

Auf die Wirtschaftskrise reagieren viele Betriebe mit Personalabbau, Kurzarbeit und Abstrichen bei Lohn und Gehalt. Besonders deutlich sind die Auswirkungen in der Metallindustrie, wo die Kurzarbeit eine sehr große Rolle spielt. Zu diesem Ergebnis kommt das WSI-Tarifarchiv mit einer Online-Umfrage des LohnSpiegel, an der sich von August bis Dezember 2009 rund 10.000 Beschäftigte beteiligt haben.

Kraftfahrzeug-Mechaniker/innen: Im Durchschnitt 2.269 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Kraftfahrzeug-Mechaniker/innen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.269 Euro. Dieses Ergebnis der Online-Umfrage von LohnSpiegel.de beruht auf den Angaben von rund 920 Kfz-Mechaniker/innen.

Berufsanfänger/innen: Frauen vom Start weg benachteiligt

Bereits beim Berufsanfang verdienen Frauen deutlich weniger als Männer: Die Einkommen von Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung liegen im Durchschnitt um 18,7 Prozent unter denen vergleichbarer männlicher Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung in einer vom Bundesfrauenministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung

IT-Systemadministrator/innen: Im Durchschnitt 3.199 Euro brutto

IT-Systemadministratoren/innen verdienen - auf der Basis einer 38-Stunden-Woche - im Durchschnitt 3.199 Euro brutto im Monat. Das ergibt sich aus der Auswertung der Online-Umfrage von LohnSpiegel.de, an der sich rund 1.370 IT-Systemadministratoren/innen beteiligt haben. Dabei reicht das Bruttoeinkommen von monatlich 2.804 Euro im Großhandel über 3.304 Euro in der Druckindustrie bis zu 3.601 Euro im Bankgewerbe.

Mindestlöhne: In Westeuropa über 8,40 Euro

Auch in der Wirtschaftskrise sind in wichtigen europäischen Ländern die Mindestlöhne leicht gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Sie leisten einen Beitrag, die Wirtschaft zu stabilisieren.

 

Techniker/innen: Im Durchschnitt 3.170 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Technikerinnen und Technikern beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 3.170 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 3.802 Euro bei Chemietechniker/innen und 2.175 Euro bei Zahntechniker/innen. Dieses Umfrage-Ergebnis von LohnSpiegel.de beruht auf den Angaben von rund 5.000 Technikerinnen und Technikern.

Bankkaufleute: Im Durchschnitt 3.621 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Bankkaufleuten beträgt auf Basis einer 39-Stunden-Woche durchschnittlich 3.621 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Online-Umfrage von LohnSpiegel.de, an der sich 1.470 Bankkaufleute beteiligt haben.

Bürokaufleute: Im Durchschnitt 2.157 Euro brutto

Das Bruttomonatseinkommen von Bürokaufleuten beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.157 Euro. Je nach Branche variiert dieses Einkommen zwischen 1.882 Euro brutto im Kraftfahrzeughandel und 2.510 Euro im Wirtschaftszweig Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten. An der Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de haben sich rund 3.600 Bürokauffrauen und -männer beteiligt.

 

Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung:
Dr. Reinhard Bispinck
Leiter des WSI-Tarifarchivs
Tel.: 0211-7778-232
E-Mail: Reinhard-Bispinck@boeckler.de

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