Was verdienen Verkäuferinnen und Verkäufer im Einzelhandel?

Das Bruttomonatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel beträgt auf Basis einer 34-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 1.890 Euro. Zu diesem Ergebnis der WageIndicator-Umfrage haben rund 6.658 Verkäuferinnen und Verkäufer beigetragen. "Unsere Daten zeigen eine große Unzufriedenheit der Beschäftigten mit ihrem Einkommen", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck. "46 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit ihrer Bezahlung überhaupt nicht zufrieden oder eher unzufrieden sind."

Die Auswertung kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

Berufserfahrung: Das Einkommen der Verkäufer/innen steigt mit der Dauer der Berufserfahrung. Allerdings ist der Einkommenszuwachs nicht sehr hoch. Bei einer Berufserfahrung bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen rund 1.734 Euro, bei zwanzig Jahren steigt es auf 2.513 Euro. Dies bedeutet einen Einkommenszuwachs von 779 Euro. Danach nimmt es jedoch trotz steigernder Berufserfahrung leicht ab. Nach 30 Jahren beträgt es noch 2.386 Euro.

Männer und Frauen: Auch im Einzelhandel gibt es einen Gender Pay Gap, denn das Einkommen der Verkäuferinnen liegt im Durchschnitt bei rund 1.830 Euro, also etwa 180 Euro unter dem ihrer männlichen Kollegen. Dies macht einen Einkommensnachteil von 8,9 Prozent aus. Zudem arbeiten Verkäuferinnen deutlich häufiger in Teilzeit - die Quote liegt bei 60 Prozent. Unter den Verkäufern haben lediglich 10 Prozent keine volle Stelle.

Befristung: Verkäufer/innen mit befristeter Beschäftigung liegen mit ihrem Einkommen unter dem ihrer Kollegen/innen mit unbefristetem Vertrag. Ihr monatliches Durchschnittseinkommen beträgt 1.730 Euro. Es fällt damit gut 11 Prozent niedriger aus als das Einkommen von unbefristet Beschäftigten mit 1.945 Euro.

West und Ost: Während in Westdeutschland eine Verkäuferin oder ein Verkäufer durchschnittlich 1.940 Euro erhält, bekommt sie oder er in Ostdeutschland nur 1.740 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen Verkäufer/innen damit rund 10 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.


Tarifbindung: Verkäufer/innen profitieren von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.050 Euro rund 11 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Dieser Vorteil zeigt sich auch beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld: Über 80 Prozent der Verkäufer/innen aus tarifgebundenen Betrieben geben an, diese Sonderzahlungen zu erhalten, bei den nicht tarifgebundenen Betrieben ist das nur bei rund 45 Prozent der Verkäufer/innen der Fall.

Komplette Untersuchung des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung (PDF, 299 kB)

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