Renten und Altersarmut

Altersarmut ist in Deutschland relativ gering. Durch veränderte Arbeitsverhältnisse könnte sich die Situation jedoch drastisch verschlechtern.

Renten und Armut in Deutschland

Derzeit ist die Altersarmutsquote in Deutschland mit 16,2% relativ gering. Im Gegenteil, die Lage von Menschen im Rentenalter hat sich sogar verbessert, denn das Einkommen älterer Menschen zwischen 65 und 74 stieg seit den 80ern um 52% und damit weitaus stärker als das jüngerer. Deren verfügbare Einkommen erhöhten sich nur um 21 bis 31%. Und statt im untersten Einkommensdrittel befinden sich Menschen im Ruhestand nun mehrheitlich in der goldenen Mitte. Gründe hierfür sind laut des Instituts der deutschen Wirtschaft aber nicht eine Erhöhung des staatlichen Rentenniveaus. Dieses fiel sogar von 1970 55,2% des durchschnittlichen Bruttogehalts auf 47,7% 2015. Vielmehr erklärt diese Entwicklung die wachsende Rolle der privaten und betrieblichen Altersvorsorge und der Frau im Arbeitsleben.

Armutsrisiko steigt

Dennoch, auch, wenn sie derzeit unterdurchschnittlich betroffen sind, das Armutsrisiko im Lebensabschnitt ü-65 stieg grade in den vergangenen Jahren. Der Trend dürfte sich sogar noch verstärken, denn seit den 90ern arbeiten immer mehr bald-Rentner in Minijobs, dem Niedriglohnsektor oder sind zumindest zeitweise arbeitslos. Laut des Bundesarbeitsministeriums lassen sich 82% der 6,5 Millionen Minijobber im gewerblichen Bereich (Stand März 2017) von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien. In Privathaushalten sind es sogar 86%.  Damit haben sie keine Rentenansprüche und könnten Nachteile beispielsweise beim Ansammeln von Beitragszeiten haben. Werden die Minijob-Grenzen noch ausgeweitet, wie in den Wahlprogrammen der Union und FDP angedacht, könnte die Zahl der Minijobber noch steigen, die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Anstellungen weiter sinken.

2036 – Ein Szenario

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung steigt das Armutsrisiko bis 2036 von heute 16,2 auf 20,2%. Demnach wird 2036 ein Fünftel aller 67-Jährigen von Altersarmut gefährdet sein. 

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